Politiker Stopp

Filmpiraterie

Nach dem ich ihren Beitrag über “Nepper, Hacker, Filmefänger” gesehen haben frage ich mich, ob dass ein Beispiel für objektiven und unabhängigen Journalismus der öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten, oder für einen von der der Musik- (MI) und Filmindustrie (FI) bezahlten Propagandafilm ist.

Bei einer derartigen einseitigen Berichterstattung, unterschwellig und suggestiven Aussagen ( “Filmpiraterie” < -> Drogenhandel), Vermischung von unterschiedlicher Themen (Tauschbörsen, Schwarzhandel), und Verbreitung nicht bewiesener Aussagen der MI und FI (Tauschbörsen sind schuld am Umsatzrückgang), komme ich zum Schluss, dass es sich wohl nur um einen Propagandafilm gehandelt haben kann.

Lassen sie mich einige Dinge richtig stellen:

1. Raubkopien bzw. Filmpiraterie gibt es nicht.

Raub ist im StGB definiert mit:

“Wer mit __Gewalt___ gegen eine Person oder unter Anwendung von Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben eine fremde bewegliche ___Sache___ einem anderen in der Absicht ___wegnimmt___”

Ich habe noch nie gehört, dass jemand mit Gewalt gezwungen wurde, eine Raubkopie anzufertigen. Ebenso wenig, dass dem Besitzer eines Originals nach dem erstellen einer KOPIE, etwas genommen wurde.

2. Diebstahl geistigen Eigentums gibt es nicht.

Stehlen kann man nur materielle Dinge.

Darüber hinaus gibt es so etwas wie “geistiges Eigentum” nicht. Dieser Begriff ist eine Erfindung der Medienindustrie.
Gedanken sind frei und gehören niemandem.

Das deutsche Recht kennt kein “geistiges Eigentum”. Bis vor wenigen Jahren, bevor Lobbyisten der Medien Industrie, Politiker mit ihren Lügen manipulierten, galt das auch für alle anderen Länder.
Im deutschen Recht gibt es nur ein Uhrheberrecht. Wenn dieses verletzt wurde, handelt es sich um eine Uhrheberrechtsverletzung.

3. Umsatzrückgang

MI und FI machen Uhrheberrechtverletzungen, vor allem in Tauschbörsen, für ihren Umsatzrückgang verantwortlich.
Viel wahrscheinlicher sind aber ganz andere Faktoren:
– Konkurrenz durch andere Unterhaltungsmöglichkeiten. Die Computerspielbranche hatte im letzen Jahr einen höheren Umsatz als die FI. Das Geld dafür muss ja irgendwoher stammen. Da es in Deutschland in den letzen Jahren keine allzu großes Wirtschaftwachstum gab, haben die Leute ihr Geld einfach anderes ausgegeben. Die MI und FI hat einfach weniger vom Kuchen bekommen.
– Allgemeine Konjunkturflaute. Es gibt keinen Grund warum MI und FI davon nicht betroffen sein sollten.
– Schlechte Qualität. Musik und Filme werden immer schlechter. Gerade noch gut genug um es sich kostenlos herunter zuladen aber zu schlecht um dafür Geld auszugeben.

4. Höhe des Schadens.

Sie haben in ihrem Beitrag die Schadensumme, die die FI nennt, übernommen, ohne diese Zahl zu hinterfragen.
Nicht jeder herunter geladener Film ist eine Kinobesuch, oder DVD Kauf weniger (Gleiches gilt für die MI. Nicht jeder herunter geladener Song ist ein entgangen Geschäft).
Selbst wenn die MI und FI genau, wie viele Songs und Filme herunter geladen würden, wüssten sie dennoch nicht wie viel Umsatz sie eingebüsst haben. Viele “Saugen” einfach aus einem Sammlertrieb heraus, würden sich die Alben/Filme aber nie kaufen.
Wenn ein Schüler (Taschengeld 25 € im Monat) 10 DVDs im Wert von 20 € herunter lädt, ist der FI kein schaden in Höhe von 200 € entstanden.

Dass es in Tauschbörsen Abgefilmte Kinofilme hat auch etwas Gutes für die deutschen Kinobesucher. Filme kommen jetzt viel früher auch in die deutschen Kinos. Manchmal gibt es sogar weltweite Premieren.

5. Neues Uhrheberrecht

“Bei bestimmten Gruppen in diesem Land hat sich die Vorstellung
entwickelt, wenn ein Mann oder eine Firma fuer eine Reihe von Jahren
Gewinn aus einem Geschaeftsbetrieb gezogen habe, haetten die
Regierungen und die Gerichte die Pflicht, einen solchen Gewinn fuer
die Zukunft zu garantieren, auch wenn sich die Umstaende und das
oeffentliche Interesse aendern. Diese merkwuerdige Doktrin wird
weder vom geschriebenen noch vom ueberlieferten Recht gestuetzt.
Weder Einzelpersonen noch Gesellschaften steht das Recht zu, vor
Gericht zu gehen und zu verlangen, dass die Uhr der Geschichte zu
Ihrem privaten Nutzen angehalten oder zurueckgestellt werde,”
Robert A. Heinlein Lebenslinie (engl. Life-Line), 1939

Ich hoffe sie werden in weiteren Beiträgen zu ähnliche Themen eine kritischere Position der MI und FI gegenüber einnehmen, aber vor allem dem “neuen Uhrheberrecht” gegenüber.