Politiker Stopp

2002 – 05: Antisemitismus

Unwort des Monats Mai: Antisemitismus

Antisemitismus

Dieses Wort ist auf eine unerträgliche Weise in dieser Gesellschaft dämonisiert und geächtet.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis Antisemitismus von Kill More People zum Unwort des Monats erklärt wurde.
Der aktuelle Anlass ist diesmal die Kritik von Möllemann an der Politik von Sharon und der Lobbyarbeit von Friedman.
Zwar gehet Kill More People die beiden Hampelmänner, der Klassenclown der FDP, Möllemann, der mit seinen ach so ehrlichen Worten auch nicht wirklich sagt was er denkt (besser gesagt was er nicht denkt), und nur auf Stimmenfang ist, und der größenwahnsinnige Friedman, der sich als das Gewissen Deutschlands aufspielt und sich für den Repräsentant aller europäischer Juden fühlt und eine Kritik an ihm, als Angriff auf alle Juden auslegt, gleichermaßen auf den Keckes;
Da aber, erstaunlicherweise, bisher nur sehr wenige intellektueller Schwellpimmel das Maul aufgerissen um sich zu Wort zu melden und die gesamte Auseinandersetzung in einem polemischem, Wahlpoltischen Kasperletheater verkommt, hat sich Kill More People seinerseits entschieden im Rahmen des Unwort des Monats das Maul aufzureisen und einige Dinge mal richtig zu stellen.

Kill More People hat sich diesmal entschlossen, sich vollkommen Sachlich mit dem Unwort des Monats auseinander zusetzten, und versucht die wahren Hintergründe, insbesondere die wahren Motive eines so genannten Antisemiten, aufzuzeigen.
Keine Ironie, kein Sarkasmus, kein Zynismus, keine Zweideutigkeit, keine Polemik.

Erstmal was Grundsätzlich:
Jeder kann so viel Anti Sein, wie er will. Wenn jemand Anti-christlich, Anti-buddhistisch, Anti-amerikanisch, Anti-europäisch, Anti-jüdisch, Anti-wasweisich sein will, ist das dessen Entscheidung und dessen gutes Rechts.
Des weitern lehnt Kill More People jeglichen historischen Ballst in dieser Diskussion ab.

Aber nun zum eigentlichen, angeblichen, Antisemiten selbst und wogegen er ist.

Um zu wissen was ein Antisemit ist, muss man erstmal wissen, was ein Semit ist.
Einen Araber, des vorderen Orients, als Antisemit zu bezeichnen ist sachlicher Unsinn. Ebenso wie jemand der pro arabisch, insbesondere pro palästinensisch, ist.

Der Punkt ist, nicht nur die Juden sind Semiten, auch die Palästinenser Syrer, Jordanier und selbst Iraker sind Semiten. Alle Bewohner des von Westanatolien bis Persien und von Armenien bis zum Roten Meer sind Semiten.
Es ist also für einen Araber, oder pro Palästinenser, unmöglich Antisemit zu sein.

Die Leute, die Herr Friedman so gerne Antisemiten beschimpft, können also keine wirklichen Antisemiten sein, aber was sind sie dann?

Sind diesen so genannten Antisemiten vielleicht Anti-jüdisch, also entweder gegen die jüdische Religion, oder das jüdische Volk (Jude ist sowohl ein Bezeichnung für die Zugehörigkeit zu einem Volk, als auch zu einer Religion. Die jüdische Religion hat, im Gegensatz zu Weltreligionen wie dem Buddhismus, dem Christentum oder dem Islam, den Charakter einer Stammesreligion, ähnlich wie bei Naturvölkern)?
Ein klares Nein in beiden Fällen.
Die so genannte Antisemiten sind nicht gegen das das jüdische Volk und nicht gegen die jüdische Religion (die ja bekanntlich das gleich sind) auch wenn es manchmal so scheint. .
Der Nahostkonflikt ist primär kein Religionskonflikt. Zwar gibt es auf beiden Seiten Religiöse Fanatiker, wobei es auf Seiten Israels davon mehr geben dürfte (orthodoxe und Siedler). Die Religion wird von beiden Seiten aber größtenteils nur Instrumentalisiert. Es geht um ganz weltliche Ressourcen, Lebensraum und Wasser.
Und von den angeblichen Antisemiten in Deutschland habe ich auch noch nie etwas gegen die jüdische Religion oder das jüdische Volk (als ethnisch Gruppe) sagen hören.

Aber womit hat man es denn bei diesen so genannten Antisemiten, denn nun in Wahrheit zu tun?
Die Antwort lautet, dass es sich bei den so genannten (arabischen) Antisemiten um Anti-Zionisten handelt, also Leute, die gegen den von Herzl proklamierten Judenstaates sind, in dem Nichtjuden, insbesondere Araber, Bürger zwoter und dritter Klasse sind und durch ihr Abstammung stark benachteiligt werden, die gegen die Systematische ethnische Säuberung von okkupierten Gebieten sind, in denen Palästinenser aus ihren Häusern vertreiben und Zwangs enteignet wurden.
Die Menschen in Deutschland und Europa, die Herr Friedman so gerne als Antisemiten beschimpft und so darstellt als hätte sie etwas gegen das jüdische Volk, dessen Kultur oder Religion sind größtenteils auch Anti-Zionisten. Diese sind gegen eine spezielle Form des Zionismus, wie er sich in einer extremen Form in der letzen Zeit von der israelischen Regierung praktiziert wurde, und sein hässliches Gesicht gezeigt hat.
Diese Menschen sind gegen das Aufspielen der Israelis als Besatzer, die die palästinensische Bevölkerung schikanieren, sie sind gegen die provokante und überhebliche Siedlungspolitik, sie sind gegen willkürliche Exekution von Palästinensern ohne Prozess (wobei ab zu auch mal ein Kind stirbt. Ganz aus versehen natürlich), sie sind gegen die Zerstörung der palästinensischen Infrastruktur (die übrigen zu großen Teilen von der EU, also Deutschland, bezahlt wurde), sie sind gegen die Diskriminierung nicht jüdischer Bevölkerung in Israel, sie sind gegen das Ausbeuten von natürlichen Ressourcen (Wasser) zum alleinigen, meist dekadenten (grüne Vorgärten und Parks in der Wüste) Nutzen Israels, auf (tödliche) Kosten seiner Nachbarn, und sie sind gegen die Terrorisierung der palästinischen Bevölkerung.

Fakt ist, dass die illegitime und gewaltsame Gründung Israels, zusammen mit mehreren Kriegen gegen arabische Staaten, zusammen mit der Vertreibung und Ermordung der Palästinenser (quasi einer ethnische Säuberung) und heutigen Besetzung von palästinensischen Gebieten, die Ursache für den Nahostkonflikt ist.

Anders als unser verlogene und ängstlichen Politikern zweifelt Kill More People sehr wohl das existenzrecht von Israel an, mehr aber auch nicht.
Solange dieser Konflikt nicht hier ausgetragen wird, und die Palästinenser oder die Israelis ihren Konflikt zu unserem Konflikt machen und ihn uns aufzwängen, oder die Weltwirtschaft nicht destabilisiert wird, ist es mir letzen Endes egal, ob die sich da unten die Köpfe einschlagen und sich gegenseitig massakrieren, oder nicht.