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Suchsland schlägt wieder zu – Dresden: Geschichtsrevisionismus im ZDF

Published on 07.03.2006 by Zelot
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Die wahren Kriegsopfer, erfahren wir da, sind eben die Deutschen, und Nazis gab es in Dresden eigentlich auch kaum. Und ganz sachte löst Dresden Auschwitz als symbolisches Erinnerungszentrum an die deutsche Geschichte ab.

Eine friedliche Stadt mit vielen Flüchtlingen, kaum Soldaten, mit ein paar Hakenkreuzfahnen, aber ohne Nazis. Außer drei, vier finster dreinschauenden blonden Burschen mit blitzblanker brauner Uniform. Als der erste von ihnen einmal durchs Bild marschiert, dauert der Film immerhin schon eine halbe Stunde.

Auf dem symbolischen Terrain werden zur Zeit die Gedenkstätten umgegraben. Von Auschwitz verlagert sich der Blick nach Dresden: Während im einen Ort Täter und Schuld zwangsläufig dominieren, ist Dresden ein Ort der unschuldigen Opfer. Endlich dürfen Deutsche hier vermeintlich Kollateralschäden sein und nicht Täter, die die gerecht Strafe ereilt. “Dresden” wird so zur Metapher der Relativierung.

Und zur Metapher der neuen deutschen Niedlichkeit: Denn der Film endet mit einem letzten Dokumentarstück. Man sieht die wiederaufgebaute Frauenkirche, man sieht Menschen, die die Einweihungsfeier besuchen, man hört den deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler: “Nie wieder Krieg!”

Dies ist sie also, die Lehre aus Dresden. Undifferenziert, verkürzt und banal ist eine solche Aussage angesichts der tatsächlichen Herausforderungen, unterkomplex, wenn das die Lehre aus Dresden sein soll. Ist es denn nicht auch die Lehre aus Auschwitz, dass man in bestimmten Situationen eben einen Krieg führen muss? Der Satz “Nie wieder Krieg!” in diesem Zusammenhang – ein Verteidigungskrieg gegen eine angreifende Diktatur – desavouiert die Anstrengungen der Anti-Hitler-Koalition, um die Nazi-Barbarei zu beenden.

Die Lehren aus Dresden:

Nie wieder Unterdrückung und Verfolgung.
Nie wieder Totalitarismus.
Nie wieder Faschismus.
Nie wieder Nationalismus.
Nie wieder Obrigkeitshörigkeit.
Nie wieder Unfreiheit.

Immer wieder Krieg gegen Nazideutschland!

Links extern:
TP: Herz-Schmerz-Kriegsdrama
Dresdens Bedeutung im Krieg

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