Suchsland schlägt wieder zu – Tal der Wölfe – Irak
Published on 02.03.2006 by ZelotTags: Filme, Islam, Politik, Rüdiger Suchsland, Telepolis, Terrorismus, Zensur
Warum dürfen Türken eigentlich keine schlechten Filme machen? Und seit wann sind Dummheit und schlechter Geschmack in Deutschland verboten?
Tatsächlich steckt hinter der ganzen Aufregung aber ein tieferer Konflikt: “Tal der Wölfe – Irak” trifft ins Herz einer westlichen Gesellschaft, in der die Angst regiert, und illustriert eine erschreckende Unsicherheit.
Es kann also kein Zweifel sein: Der Film ist einseitig, er zeigt ein antiamerikanisches Zerrbild, man darf ihn stilistisch als übles Machwerk bezeichnen. Ästhetisch dominiert wird alles von den Stereotypen des Actionfilms: Explosionen, Schießereien. Und darin ist das vermeintlich antiamerikanische Manifest dann ein sehr amerikanischer Film, der das übliche Gut-Böse-Schema Hollywoods übernimmt und in “Rambo”-Manier fortsetzt. Nur werden diese stilistischen Mittel gegen die Amerikaner gewendet. Das ist legitim, denn diese Mittel gehören schließlich nicht den USA.
Zudem ist “Tal der Wölfe” viel komplexer, als man auf den ersten Blick annimmt: Eine bittere Studie über Freundschaft und Versöhnung, die oszilliert zwischen Pathos und nacktem Zynismus, das von Provokation und Zweifel geprägt ist. Schließlich wird hier, auch wenn dies kein Fall jenes Kunstkinos ist, das man hier normalerweise zeigt, unglaublich viel geredet und deklamiert, schließlich ist eine Hauptfigur des Films ein Priester und Sufi-Meister, der einen ganz anderen friedfertigen Islam repräsentiert, sich der Botschaft des Films widersetzt, gegen Selbstmordattentäter wettert, gegen Heilige Kriege (“Wer einen Unschuldigen tötet, der hat die ganze Menschheit getötet.”) und für Versöhnung.
Abu Ghraib ist kein perverser Regieeinfall eines durchgeknallten Filmemachers
TP: Von einer Gesellschaft, die auszog, das Gruseln zu lernen





