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Roter Drache / Blutmond

Published on 11.11.2002 by Zelot
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Letzte Woche war ich im Kino (ja, mal kein eDonkey) um mir Roter Drache anzuschazen.
Mein Urteil:

Ein Meisterwerk der Filmkunst.

Roter Drache ist definitiv besser als “Hannibal” und fast genauso gut wie “Das Schweigen der Lämmer”.

Das erste Viertel ist etwas langatmig. Obwohl der Film die Geschichte von Hannibal von Anfang an erzählt dacht ich zunächst, dass der Film seinen ganze Wirkung nur dann erzielt wenn man die beiden anderen Teile bereits gesehen hat. So z. B. die Szene, in der Graham zur Zelle von Hannibal geht, die ihre ganze Wirkung nur dann erzielt, wenn man DSDL gesehen hat.
Aber dann startet der Film durch. Ich bin nicht imstande in Worte zu fassen, was ich empfand als ich den Film sah und auch jetzt kann ich nur unzureichend beschreiben, was ich von dem Film halte, weshalb ich auch nur kurz auf einige Aspekte eingehen werde und jedem nur empfehlen kann ihn im Kino anzuschauen.

Sehr gut fand ich, dass der Hannibal Charakter nicht überstrapaziert wurde, was einige Abnutzungserscheinungen nach sich gezogen hätte.
Da Roter Drache nach ähnlichem Muster wie DSDL (bzw. umgekehrt) gestrickt ist hat man durch geschickte Einbindung den Dolarhyde Teils, Langeweile bei der Suche nach dem Killer verhindert, und den eigentlichen Bösewicht des Films aus einer sehr menschlich, emotionalen und verwundbaren Perspektive gezeigt, die in dieser ausführlichen Form ein Novum ist.

Missfallen hat mir das Graham, der Bezwinger von Hannibal, so stark und selbstbewusst auftritt (DSDL hatte seine Charme u. a. aus der eher schwach wirkenden Starling gezogen).
Kleinigkeiten, wie z. B. die Hollywood Typische übertrieben Explosion des Hauses von Dolarhyde (einfaches abbrenne hätte es auch getan) und dass Graham, nach dem er von 3 Kugeln getroffen wurde und leblos am Boden liegt, trotzdem immer noch lebt, behagten mir auch nicht so ganz.

Den Lachkrampf des Abend bekam ich fast als neben mir jemand sagte, dass der Film scheiße war und Ali G in da House (so ausgesprochen) tausendmal besser sein.

So weit, so gut.

In den Tagen nach meinem Kinobesuch las ich mehrfach, dass Roter Drache nur eine Kopie von Blutmond (Manhunter), so der Name der ersten Verfilmung des Buches von Thomas Harris, dem Roter Drache zu Grunde liegt, sei. Als Kritischer und Neugieriger Mensch “besorgte” ich mir natürlich sofort Blutmond.
Entweder beide halten sich sehr nahe an den Roman, oder Roter Drache ist tatsächlich eine plumpe Kopie von Blutmond. Beiden Filme sind fast identisch. Der Einzige Unterschied ist der Look.
Während Blutmond heller und von dem Design der 80 Jahre geprägt ist (gefilmt wurde Blutmond 1986), ist roter Drache dunkler und mehr auf die Erwartung und Bedürfnisse des Publikums ausgerichtet.
Auf Roter Drache hätte man ohne weiteres verzichten können. Nur Geldmacherei um die Kuh Hannibal Lecter noch mehr zu melken und um von dessen Mythos zu profitieren.

Links extern:

Manhunter

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