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Böse böse satanisch-nationalsozialistische Black Metal Musik, oder die Geschichte eines satanistische Nazipunks

Published on 07.01.2002 by Zelot
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Black Metal Musik ist böse, Black Metal ist satanistisch, Black Metal ist nationalsozialistisch.
Das jedenfalls behauptet der Fernsehsender Phönix, in einer Reportage, die vor wenigen Tagen lief.
Kill More People.de sagt: Stimmt, und die Erde ist eine Scheibe.

In dieser Reportage, ging es um einen Jugendlichen Punk, der Satanist wurde, einen Freund umbrachte (woran natürlich die brutalen Horrorfilme schuld sind), und, als der dann aus der Haft kam, seine nationalsozialistische Tendenzen auslebte.

Dem Zuschauer wurde ein privat Video, in sehr bescheidener Bild- und Tonqualität, gezeigt, auf dem angeblich dieser satanistische Nazipunk zu sehen war, wie er als Frontsänger einer, mehr oder weniger guten, Black Metal Band, die rechte Hand, auf bekannter Weise, zum Gruß erhebt. Vor der Bühne standen ca. zwo Dutzend mehr oder weniger rechte Skins, die, wie könnte es auch anders sein, auch ihre rechte Hand zum Gruß erheben (An dieser Stelle möchte Kill More People.de einfügen, dass Skins, oder Hooligans, nicht automatisch rechts sein müssen, denn der Ursprung der Skin und Hooligan Bewegung, liegt nicht im Nationalsozialismus. Aber solche Feinheiten sind für das deutsche Publikum natürlich viel zu kompliziert, weshalb man solche Details auch mal gerne weglässt.)

Der Kommentator lässt sich an diesem Punkt mal so richtig über Black Metal aus. Er bringt Black Metal sowohl in Verbindung mit Satanismus, als auch mit Nationalsozialismus und stellt den satanistische Nazipunk als Führer der satanisch-nationalsozialistischen (?) Black Metal Szene dar. Das dieser so genannte “Journalist”, Black Metal nicht für Krieg, AIDS, islamische Terroristen, Atomwaffen, Armut, Hungersnöten, Christen und Moralapostel, kurz für alles Übel der Welt, verantwortlich macht, hat Kill More People.de fast verwundert
Erstens:
Allein schon der Gedanke, dass die Black Metal Szene eine homogene Masse ist, die nur auf einen Führer wartet ist derart abwegig, dass Kill More People.de sich fragt, was diese so genannten “Journalisten” bei Phönix für ein Gras geraucht hat.
Zwotens:
Nur weil ein Möchtegernsatanist und ein paar pseudo-rechte Skins Black Metal Musik machen/hören, kann man draus nicht folgern, dass Black Metal Musik satanistisch UND nationalsozialistisch ist. Beide Philosophien haben ja auch SO viele Gemeinsamkeiten (Wurde schon erwähnt, dass die Erde eine Scheibe ist?).
Anschließend, wurde dem Zuschauer nahe gebracht, was denn, nach der Auffassung von Phönix, Satanismus und Nationalsozialismus denn so gemeinsam haben.
Es ist Menschenverachtung.
Alles klar Phönix.
Bedeutet dass etwa, dass für Phönix, alle Ego Shooter Zocker auch satanistisch und nationalsozialistisch sind? Zumindest Menschenverachtend sind Zocker, laut Phönix, ja schon lange (wurde in einer früheren Sendung behauptet).

Ganz witzig fand Kill More People.de aber den Kommentar eines Jugendschutzbeauftragten, der zumindest so weit Blickt, und erkennt, dass Skins, Nationalsozialismus und Satanismus ja nicht ganz so zusammen passen, wie Phönix das gerne hätte, denn er sagt über das das Konzert, das es ja kein richtiges Skin Konzert war, weil dort auch eine Menge “Langhaariger” waren. (Langhaarige und rechte Skins, Katzen und Hunde?).
Aber ungeachtet dieses Widerspruches, mixt Phönix weiter das Feindbild von Skins, Nationalsozialisten und Satanisten in einem Bunten Cocktail zusammen und hofft durch dass summieren von Feindbilder der bürgerlichen Öffentlichkeit und Mainstreamkultur, das vermeintliche Bedrohungspotential noch zu verstärken. Armer Phönix, bei so einem Musterbeispiel an objektivem Journalismus müsst ihr euch nicht wundern, dass euch keiner sehen will. Bei dem Gedanken, das so eine Fernsehanstalt (oder sollte man besser Irrenanstalt sagen? ) irgend wann mal von meinen Zwangsgebühren finanziert wird, kommt mir das kalte Kotzen.
Zu hoffen bleibt nur, dass Phönix nicht 972 Jahre lang auf Sendung bleiben wird.

PS: Nein Kill More Peopel.de hält sich nicht für den einsamen Verfechter und Bewahrer des wahren Black Metal, ich höre Black Metal nicht einmal. Kill More People.de will auch nicht den “wahren” Satanismus, den “wahren” Nationalsozialismus, oder sonst irgendetwas “wahres” verteidigen.
Der Autor kennt jedoch die Vorurteile, mit denen man konfrontiert wird, wenn man die “falsche” Musik hört.

Links extern:
PHOENIX Online Die großen Kriminalfälle

One Response to “Böse böse satanisch-nationalsozialistische Black Metal Musik, oder die Geschichte eines satanistische Nazipunks”

  1. Gary says:

    Da sieht man mal wieder, mit welcher Arroganz sich Reporter Urteile über Rand und Splittergruppen bilden, über die sie weniger ahnung haben als ich von der rückseite des Uranus…